Wir werden 20

Anfang der 1990er Jahre kamen Hunderttausende von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland, darunter viele nach Berlin und in den Bezirk Lichtenberg. Viele leben heute noch hier. Es waren Deutsche, die da heimkehrten. Doch nicht jedem fiel das Ankommen leicht.

Das war die Zeit, in der sich eine Handvoll russlanddeutscher Musiker zusammenfand, um gemeinsam Musik zu machen. Aus der Initiative dieser Kulturschaffenden entstand 1996 der Kulturverein Lyra mit dem gleichnamigen Saiteninstrument im Logo. Schnell wurde daraus eine zentrale Anlaufstelle für die Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler im Bezirk.

Seit 20 Jahren beraten unsere haupt- und ehrenamtlichen Vereinsmitglieder nun in nahezu allen Fragen des Alltags, führen regelmäßig Kulturveranstaltungen durch, betreuen ein Museum und eine Bibliothek über die Geschichte der Deutschen aus Russland, einen Leseclub, eine Fahrradwerkstatt und vieles mehr. Natürlich wird hier auch immer noch Musik gemacht.

Die Integration der Spätaussiedler ist eine Erfolgsgeschichte. Wir hoffen, einen bescheidenen Beitrag in Lichtenberg und Berlin dazu geleistet zu haben. Zu den zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen zählt aktuell die Integration der Geflüchteten. Ich bin der festen Überzeugung, dass Spätaussiedler – mit ihrer Migrations- und Integrationserfahrung – besonders dazu geeignet sind, an der Integration der Neuzugewanderten mitzuwirken, und diese ebenfalls in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln. Darum bringen wir uns aktiv in diese Arbeit ein.

Tags: Lyra, Jubiläum, 20 Jahre, Integration, Spätaussiedler